Partnermühle Kottmarsdorf

25 Jahre Partnerschaft

mit den Mühlenfreunden aus Kottmarsdorf

Nach dem Fall der Mauer wurden zwischen Ost und West viele Kontakte geknüpft und Partnerschaften geschlossen. Nicht alle hatten Bestand. Aber zwischen den Heimat- und Mühlenfreunden aus Wehe und Kottmarsdorf in der Oberlausitz wird die 1993 förmlich besiegelte Freundschaft intensiv gepflegt und mit Herzblut gelebt. Man sieht sich jährlich – abwechselnd im Rahdener Land und in Sachsen – und telefoniert noch häufiger miteinander.

Zur Feier des 25-jährigen Jubiläums machten sich nun 25 Weher Heimatfreunde im von Kay-Axel Göring chauffierten Bus auf die 550 km nach Kottmarsdorf. Im Spargelhof Klaistow, wo Inhaber Ernst-August Winkelmann die Gruppe begrüßte, wurde zu Mittag gegessen und der Betrieb in Augenschein genommen. Vor allem die erstmals anwesenden Teilnehmer waren beeindruckt von den Ausmaßen und der Leistungsfähigkeit des Unternehmens, das neben Spargel (bis zu 200 t täglich), Erdbeeren, Heidelbeeren und Kürbis auch Freizeitgestaltung für Berliner Stadtmenschen anbietet. Für Erntehelfer wurde ein eigenes Dorf eingerichtet, für die Bestäubung sorgen u.a. 500 eigene Bienenvölker, die von einem Berufsimker betreut werden.

Nach der herzlichen Begrüßung in Eibau, wo die Gruppe untergebracht war, wartete ein opulentes Abendessen, das sofort beim gemeinsamen Bowling abgearbeitet wurde. Am Sonntag ging es zum Umgebindepark in Cunewalde, wo den Besuchern die besondere Architektur der Umgebindehäuser fachkundig vermittelt wurde. Hier wurde auch besonders deutlich, dass früh sesshafte Slawen, angesiedelte Deutsche und viele Migranten (z.B. Hugenotten), hier ihre je eigenen Fertigkeiten und Traditionen zusammengeführt haben. In Cunewalde konnte auch die größte deutsche Dorfkirche (mit weit über 2000 Plätzen) bewundert werden. Sie gehört zu der „via sacra“ genannten Route von sehenswerten Gotteshäusern in Polen, Tschechien und in der Lausitz. Zum Mittagessen war der „Faktorenhof“ in Eibau, wo früher die Erzeugnisse der Oberlausitzer Leineweber gesammelt wurden, gewählt.

Am Nachmittag stand dann die offizielle Feierstunde zur „Silberhochzeit“ an, an der auch Herr Ingolf Herrmann als stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Kottmar teilnahm. Nach den Reden der beiden Vorsitzenden Christa Dressler (Kottmarsdorf) und Friedrich Schepsmeier (Wehe) präsentierte Bernd Dressler eine perfekt ausgearbeitete Foto- und Filmsequenz zu den 25 Jahren der Partnerschaft als beeindruckenden Höhepunkt der Veranstaltung. Der Wirt des Müllerstübchens hatte ein tolle Bufett mit Spezialitäten der Oberlausitz zubereitet, die auch und vor allem den Westfalen schmeckten.

Unser Besucherbergwerk in Kleinenbremen war den Kottmarsdorfern schon bekannt. Am Montag führten sie die Gruppe in „ihr“ Besucherbergwerk F 60 in Lichtenfelde bei Finsterwalde. Dieses auch als „liegender Eiffelturm“ bezeichnete größte technische Bauwerk der Welt, das stündlich 50 000 t Abraum beiseite schaffen konnte, wurde noch zu DDR-Zeiten geplant und begonnen, 1991 in Dienst gestellt – und bereits 1993 wieder stillgelegt. Mit der Braunkohle verbundene frühere Hoffnungen, Eingriffe in Natur und Sozialstruktur und mit dem nahenden Ende verbundene Ängste der dort arbeitenden Menschen wurden bei dem Besuch überdeutlich. Auf dem Rückweg durch die Westlausitz wurde auch ein Abstecher in die Pfefferkuchen-Stadt Pulsnitz mit ihrem einschlägigen Museum gemacht. Am Abend wurde an der Mühle in Kottmarsdorf zünftig gegrillt und geklönt. Jochen Kaminski führte den Gästen die Besonderheiten der Bockwindmühle auf unnachahmliche Weise vor und einige Teilnehmer besuchten das angegliederte Heimatmuseum.

Bei einem gemeinsamen Frühstück im Hotel „Zum Hirsch“ konnte ein positives Fazit gezogen und Abschied genommen werden. Friedrich Schepsmeier lud die Kottmarsdorfer Freunde zum Gegenbesuch in Wehe vom 30. Mai (Himmelfahrtstag) bis 2. Juni 2019 ein. Dann steht ein weiteres Jubiläum an: Der Heimatverein Wehe wird 40 Jahre alt.

In diesem Zusammenhang sei auch nochmal auf die Internetseite www.kottmarsdorf.de
verwiesen, wo es in der Fotoleiste rechts einen Bildbericht über 25 Jahre Mühlenpartnerschaft gibt.